Presse

Hanauer Anzeiger, 15. Dezember 2015


Gelnhäuser Neue Zeitung, 2. März 2015


Gelnhäuser Tageblatt, 2. März 2015


Hanauer Anzeiger, 07. November 2014


Offenbach-Post, 30. Oktober 2014


Gelnhäuser Neue Zeitung, 14. Oktober 2014


Gelnhäuser Tageblatt, 11. Oktober 2014


Gelnhäuser Neue Zeitung, 30. August 2014


Hanauer Anzeiger, 4. Januar 2014:

 

Hanau. Der Koffer sah aus wie einer von diesen, mit denen die Menschen früher auf lange Reisen gingen:

groß, braun, stabil. Fast 40 Jahre lang lag er nahezu unberührt auf dem Dachboden.

Als ihr Vater verstorben war und Ingrid Wilke-Bury sich entschlossen hatte, ihr Elternhaus im Hanauer

Stadtteil Hohe Tanne zu verkaufen, stieß die Autorin auf den Kasten. Darin fand sie die Korrespondenz

ihrer Eltern: Liebesbriefe aus der Anfangszeit ihrer Beziehung, vor allem aber die Feldpost, die der Gefreite

und Unteroffizier Rudolf Bury in der Zeit zwischen 1939 und 1945 aus dem Krieg nach Hause geschickt hatte.

Die Aufzeichnungen hat Wilke-Bury zu einem rund 400-seitigen Buch zusammengefasst, das jetzt im Triga-Verlag mit dem Titel „Feldpost“  erschienen ist.        


Mehr als zwei Jahre lang hat sie an dem Buch gearbeitet. Dass es erschienen ist, verdankt sie vor allem

ihrer Tochter, der Jugendbuchautorin Jutta Wilke, die den Wert der Briefe schnell erkannte.

Bei Ingrid Wilke-Bury war das Interesse dagegen anfänglich überhaupt nicht sonderlich groß,

als sie die Schriftstücke 1984 das erste Mal in die Hand nahm.

Diese Briefe habe ich bishernicht gelesen und werde auch in Zukunft keine Zeit haben.

Sie werden vernichtet, erinnert sie sich im Vorwort an ihre ersten Gedanken.

Heute bedauert sie, dass dadurch ein Teil der Korrespondenz verloren gegangen ist. Aber als junge

Mutter von zwei Töchtern habe sie seinerzeit andere Dinge im Kopf gehabt, als Briefe aus einer längst vergangenen Zeit. Die Idee, die Feldpost als Grundlage für einen Roman zu machen, verwarf Wilke-Bury

schnell.

„Denn dadurch wäre ein Großteil der Eindrücke meines Vaters verloren gegangen. Ich wollte ihn mit seiner Wortgewalt und Eleganz sprechen lassen“, sagt sie.

Die heute 73-Jährige entschied sich, die Briefe so abzudrucken, wie sie ihr Vater damals versandt hatte

und sich auf einige Erläuterungen zu beschränken, in denen siedie einzelnen Briefe in einen familiären

oder auch historischen Kontext setzt. Mehr als 1000 Seiten entstanden aus den Aufzeichnungen,

die Rudolf Bury in großen Teilen in Sütterlinschrift verfasst hatte. Herausgekommen ist ein lesenswertes zeitgeschichtliches Dokument eines Soldaten, der als Gefechtsschreiber die meiste Zeit des Krieges

in Norwegen verbrachte und gegen Ende an die Ostfront abkommandiert wurde. Interessant sind

die Briefe deshalb, weil sie ein ungeschminktes Bild vom Innenleben der Truppe zeigen, die im

fernen Norwegen nicht direkt in Kampfhandlungen verwickelt war, sondern im weiteren Verlauf

des Krieges eher eine Nebenrolle einnahm.


Damit beleuchtet Ingrid Wilke-Bury einen Bereich, der in der umfänglichen Literatur über den Zweiten Weltkrieg bisher nur wenig von den Historikern aufgearbeitet worden ist. 

Ihr Vater beschreibt den Tagesablauf in Norwegen und wendet sich in vielen Briefen angewidert von einem 

Großteil seiner Kameraden ab, die mit zunehmender Dauer des Krieges einen immer ausschweifenderen

Lebensstil führen. Er berichtet von massenhaften Fällen, in denen norwegische Frauen abtreiben lassen

müssen, weil sie von deutschen Soldaten schwanger geworden sind. An seine Frau zu Hause schreib er:

"Ich kann dir nicht schreiben, von was ich manchmal Zeuge bin, es geht nicht, du bist mir zurein dazu, und diesen Dreck trage ich nicht an dich heran."

Wahrscheinlich wären die Schilderungen der Zensur zum Opfer gefallen, hätte Bury es nicht verstanden, 

einen Großteil der Briefe an ihr vorbeizuschmuggeln. Entweder er steckte die Briefe Kameraden in den Koffer, die in den Urlaub gingen oder er mischte die eigenen Briefe in seiner Schreibstube unter die Geschäftspost.

Bury tat sein Missfallen über die Eskapaden der Soldaten jedoch nicht nur seiner Frau kund, sondern er hielt auch gegenüber seinen Kameraden mit Kritik nicht hinter dem Berg. Seine Frau ahnte schon Böses, als sie ihn aus der Heimat warnte: Eines Tages wirst du mir schreiben: 'Ich sitze hier bei Wasser und Brot'“. In der Tat bekam Bury einen fünftägigen Arrest aufgebrummt und wurde von den anderen Soldaten als „Moralapostel“ mit niederen Diensten schikaniert. Weil viele seiner Kameraden ebenfalls aus Hanau und der näheren Umgebung stammten, hat seine Tochter auf Anraten des Verlags alle Namen,die in den Briefen des Vaters genannt werden, abgeändert. Gegen Ende des Krieges wurde Rudolf Bury dann an die Ostfront verlegt. Aber auch hier blieb er vom Dienst an der Front verschont. Zweimal stand er unmittelbar vor Kampfeinsätzen. Doch offenbar verrichtete Bury als Gefechtsschreiber seinen Vorgesetzten so wertvolle Dienste, dass er jedes Mal wieder vom Fronteinsatz in die zweite Linie zurückbeordert wurde. Der Gefechtsstand befand sich immer zehn bis 20 Kilometer hinter der Front und war somit sicher vor den Attacken der Roten Armee. Vor den immer weiter voranschreitenden Russen musste Bury mit seiner Einheit soweit zurückweichen, dass er später in amerikanische Gefangenschaft geriet.Zu seinem Glück, sagt seine Tochter, wenngleich er in das als Hungerlager bekannte Internierungscamp Bretzenheim bei Bad Kreuznach kam, wo er drei Monate auf dem Lehmboden ohne Dach ausharren musste.Wie Bury in Gefangenschaft geriet, kann seine Tochter heute nicht mehr rekonstruieren. Fast alles, was dem Vater während des Krieges widerfahren ist, hat sie erst aus den Briefen erfahren. Zu Hause

sei über den Krieg so gut wie nie gesprochen worden, erzählt sie. Viele seiner Verhaltensweisen haben sich seiner Tochter erst durch die Lektüre der Briefe erschlossen. Der Krieg hat den Vater verändert.

Da passt es, dass seine Tochter das Buch mit einem Zitat aus einem seiner Briefe schließt: „Meine Welt ist eine andere geworden."


Rezension in "Wirtschaftsraum Hanau - Kinzigtal", Juni 2010 der IHK


Das in der Verlagsreihe "Erinnerungen" erschienene Werk der 1940 Geborenen lässt die Leser teilhaben an ihrer Kinder- und Jugendzeit in und um Hanau. Die Spurensuche bringt mehr zutage als private Erinnerungen an den ehemaligen Ortsteil von Wachenbuchen oder an ein persönliches Entdecken der Welt. Es ist ein kleines Sittengemälde dieser Zeit entstanden.


Dr. Achim Knips


Frankfurter Rundschau, 17. Dezember 2009:


Kindheit in der Hohen Tanne. Hanauerin erinnert sich an gute und schlechte Zeiten.


Hanauer Anzeiger, 12. November 2009:


... ein kleines Stück Zeitgeschichte ... Die Autorin  lässt die Leser teilhaben an der Reise in ihre Kinder- und Jugendzeit, in das Hanau des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit.


Beilage "Lesen" erschienen zur Frankfurter Buchmesse 2009 in:


Hannoversche Allgemeine Zeitung, Neue Presse, Hildesheimer Allgemeine, Peiner Allgemeine, Schaumburger Nachrichten, Göttinger Tageblatt, Eichsfelder Tageblatt, Kieler Nachrichten, Lübecker Nachrichten, Ostsee Zeitung, Frankenberger Zeitung, Waldeckische Landeszeitung, Landeszeitung für die Lüneburger Heide, Gelnhäuser Neue Zeitung, Oberhessische Presse, Aller Zeitung, Wolfsburger Allgemeine Zeitung: 


Damals in Hanau. ... Sie lässt ihre Leser teilhaben an der Reise in ihre Kinder - und Jugendzeit, in das Hanau des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit. 



Espresso, Oktober 2009


“Ochs am Berg” - Kindheitserinnerungen aus Hanau. 



Ronneburger Dorfzeitung, 11. September 2009


In ihrem soeben erschienen Buch geht die Autorin auf Spurensuche. 


Mein Journal, September 2009


Gelnhäuser Neue Zeitung, 28. August 2009


Frankfurter Rundschau, 25. August 2009


August 2009:

 

Am 13. August übergab Frau Wilke Herrn Bürgermeister Heinz Habermann das 1. Exemplar ihres soeben erschienenen Buches: „Ochs am Berg“. Frau Wilke verbrachte ihre Kindheit in Hanau – Hohe Tanne. Ihre Erinnerungen, ein kleines Stück Zeitgeschichte, hat sie auf ihre sehr persönliche Art in diesem Buch festgehalten.